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PIRATEN Potsdam rufen zur #Datenflut auf

Die Initiative „#wastun – Forum gegen Überwachung„, in der auch PiratInnen aus dem Stadtverband Potsdam engagiert sind, ruft zur #Datenflut an das Kanzleramt auf.
Im Stile der online unter dem Namen DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service) bekannten Methode, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen den Zielserver lahm zu legen, soll die Poststelle des Kanzleramtes mit Datenträgern voller Datenmüll überschüttet werden.

Den Hintergrund der Aktion erklärt #wastun kurz gefasst wie folgt:

Jeder Brief symbolisiert einen kleinen Teil der Daten, die über uns gesammelt werden. Damit zeigen wir, dass wir die umfassende Überwachung unseres Lebens nicht länger hinnehmen. Es ist an der Zeit, Widerstand zu leisten: Zusammen fluten wir das Kanzleramt mit Daten! (Langfassung)

Dazu sagt Jan Weisbrod, Direktkandidat zur Landtagswahl im Wahlkreis 22,

„Diese Aktion soll den Verantwortlichen im Bundeskanzleramt zeigen, welche Datenmengen sie mit der umfassenden Überwachung des Lebens der Bürger sammeln. Die gigantischen Mengen sind in ihrer Größe kaum noch vorstellbar und die Gefahr, dass diese oder Teile für falsche und für die Bürger gefährliche Zwecke auch von Regierungsseiten eingesetzt werden, ist hoch.“.

„Die Verlockung ist groß Einsparungen bei der Polizei durch automatisierte Massenüberwachung zu kompensieren. Die eigenen Erfahrungen Deutschlands mit der Vorratsdatenspeicherung, sowie Erfahrungen anderer europäischer Staaten haben keine positiven Effekte auf die Aufklärungsquoten gezeigt. Es zeigt sich vielmehr eine völlig andere Nutzung als sie im politischen Kampf um die Durchsetzung angeführt wurden. So werden beispielsweise die allermeisten Metadatenauswertungen nicht zur Bekämpfung von Terrorismus sondern im Bereich von Drogendelikten genutzt. Letztlich bleibt jedoch festzustellen: Ermittlungserfolge beruhen auf Ermittlungsarbeit von Ermittlungsbeamten, nicht auf anlassloser Totalüberwachung der gesamten Bevölkerung. Hinzu kommt insbesondere noch die Gefahr der unkontrollierten Nutzung und Weitergabe eben jener Datenbestände durch die eigenen Geheimdienste.“

ergänzt Torben Reichert, Direktkandidat für den Wahlkreis 21.

Damit die Aktion auch im Netz sichtbar wird, werden unter dem hashtag #datenflut und auf der Webseite der Aktion Fotos von den abgeschickten Datenträgern gesammelt.

Die PIRATEN Potsdam bedanken sich bei der Initiative #wastun und rufen zur Teilnahme am kreativen Protest gegen die Totalüberwachung auf. Die Aktion läuft noch bis zum 30. August, dem Tag der Großdemonstration „Freiheit statt Angst“ am Brandenburger Tor in Berlin.

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